Hate Crime - Was ist das?
Als sogenannte Hate Crimes werden vorurteilsmotivierte Straftaten bezeichnet. Diese richten sich gegen Institutionen und Personen mit bestimmten sozialen und äußerlich erkennbaren Merkmalen, wie zum Beispiel ``Hautfarbe``, Herkunft, Religion oder sexuellen Orientierung. Dabei ist die (Straf-)Tat weniger von persönlichen oder situationsbedingten Beweggründen geleitet. Der Täter will im Allgemeinen sein Opfer und somit einen ganzen Personenkreis erniedrigen und demütigen. Motivation für eine Tat sind Abneigung, Vorurteile und Hass.

Rassistische Straftaten fallen unter den Übergriff der Hate Crimes, ebenso Gewalt gegen LGBTQ-Menschen.

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Was tut Amnesty?
Im Juni 2016 startete Amnesty International die nationale Kampagne gegen rassistische Gewalt. Grundlage für die Kampagne bildet ein Bericht des Internationalen Sekretariats von Amnesty über rassistische Gewalt in Deutschland. Der Bericht entstand im Rahmen der europaweiten Kampagne „Fight Discrimination in Europe“.

Ziel dieser Kampagne ist es, die Ermittlung und Verfolgung von rassistischen Straftaten zu verbessern. Menschen in Deutschland müssen sich vor rassistischen Übergriffen sicher fühlen. Die hohe Zahl aktuell verzeichneter Übergriffe gegenüber People of Color, Schwarzen Menschen, geflüchteten Menschen und Migrant_innen ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Das Problem liegt viel tiefer. Denn das Problem heißt Rassismus. Deswegen setzt Amnesty International es sich auch zum Ziel, die Sensibilisierung in der Gesellschaft gegenüber Rassismus und rassistischen Sentiments zu erhöhen und ein Bewusstsein für die Folgen von Rassismus zu schaffen.

Forderungen von Amnesty International
Auf den Seiten 12 und 78 bis 80 des im Juni 2016 erschienen Berichts „Leben in Unsicherheit“ empfiehlt Amnesty International die Ergreifung von unterschiedlichen Maßnahmen, um Rassismus in Deutschland entschieden entgegen zu treten. Amnesty International benennt hierbei Empfehlungen

- zur Notwendigkeit einer umfassenden Überprüfung der Praktiken der Polizeibehörden im Zusammenhang mit vorurteils- bzw. rassistisch motivierter Straftaten

- zur Untersuchung, Strafverfolgung und Erhebung von Daten vorurteils- und rassistisch motivierter Straftaten

- zum Schutz von Flüchtlingsunterkünften, Asylsuchenden und Flüchtlingen

- zu diskriminierenden Polizeipraktiken

- zur Verhinderung von vorurteils- bzw. rassistisch motivierter Diskriminierung

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